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RÄTSELROMANE
Punkt MEINE LIEBE VERWANDTSCHAFT
RÄTSELROMAN - 2200 ZEICHEN - © BY JENS KLAUSNITZER

Wissen Sie, wer heute wieder zu Besuch bei uns ist? Eine liebe Verwandte, eine besonders liebe! Von diesem Verwandten-Modell gibt es solche und ganz andere solche. Alte, junge, nicht ganz so hübsche und natürlich auch hübsche. Es soll deshalb schon vorgekommen sein, dass jemand zu jemandem auf dem Standesamt und in der Kirche „Ja, ich will!“ gesagt, aber eigentlich in Wirklichkeit nicht die Schöne im weißen Kleid, sondern genau diese Verwandte gemeint hat.  Weil die eben hübscher als die Weißfrau war! Oder irgendwo in der Schublade noch eine kleine, mittlere oder große, vom dahingegangenen oder dem Ex-Mann geerbte Firma liegen hatte. Und keine Hausschuhe zum Nerz trug!  Wenn so eine hinterhältige Absicht und das zugehörige Heimlich-Verhältnis bekannt werden, dann lässt sich die ehemalige Braut nicht nur von ihrem Ja-Sager, sondern auch von dieser Verwandten scheiden.  Manchmal muss sich die Ex-Braut auch scheiden lassen, weil die Verwandte sie mit „Der ist nichts für dich!“, „Du hast einen viel Besseren verdient!“ oder „Wirf dich nicht weg an diesen Kerl!“ traktiert. Dann gibt’s viele Tränen, viele Racheschwüre und für „diesen Kerl“ eventuell auch mal eins mit dem Nudelholz, wenn er doch tatsächlich vor der Tür steht.  Irgendwo habe ich gelesen, dass man sich an einem Tisch nicht an eine bestimmte Stelle setzen soll, sonst ist die Verwandte, die man später einmal bekommt, gar nicht in Ordnung!  Alles Quatsch! Was sollte denn da den ganzen Leuten am Stammtisch passieren, wenn’s wieder mal besonders eng ist? Oder denen, die zur Firmen-Weihnachtsfeier zu spät kommen und deshalb keinen besseren Platz mehr finden?  Außerdem, ich selbst habe lange Jahre bei uns in der Kantine immer an dieser Tisch-Stelle gesessen! Und meine solche Verwandte ist eigentlich ganz okay! Gut, manchmal nervt sie mich schon wegen herumliegender Socken, macht meinen selbst gebackenen Kuchen nieder oder befiehlt, dass ich ihr die Einkaufsbeutel schleppen soll. Aber sonst geht’s schon!  Aber wenn wir zwei beiden ein Kind bekommen sollten, dann würde sich diese Verwandte mächtig, mächtig alt fühlen. Und wahrscheinlich sofort im Kosmetikstudio ein wenig nacharbeiten lassen!  Wissen Sie, wer bei uns zu Besuch ist? 
LÖSUNG: Schwiegermutter 


Punkt MÄRCHENMANN
RÄTSELROMAN - 3400 ZEICHEN - © BY JENS KLAUSNITZER

Es begab sich an einem sonnigen Sommertag, dass der Chef einer Düsseldorfer Reinigungsfirma zu einem Düsseldorfer Reiniger sprach: „Nun denn, Geselle, du reinigst nicht mehr richtig rein! Geh hin und hol dir in der Personalabteilung deine Kündigung! Und unterschreib auch auf der Kopie unten rechts!“  Der arbeitslose Reiniger sprach nun zu sich selbst und meinte lächelnd: „Ach was, in der Stadt gibt’s schon genügend reinigende Reiniger! Lass mich ziehen in Großstadt München, wo ich meines Glückes eigener Reiniger sein will!“  Sprach’s, lud zwei Hartschalenkoffer in seinen Ford Focus und lenkte den blechernen Kumpan aus der Innenstadt hinaus zur Autobahn. Bevor er die aber erreichen konnte, entdeckte er an Straßes Rand einen Winkenden. „Hi Fremder, irgendwie kommst du mir gar bekannt vor!“  War er aber nicht, der Fremdling, der bisher in einem Computervertrieb Computer und im Büro die Langeweile vertrieben hatte. Sein Ober-Computer-Vertreiber nun hatte - da recht wenig Geld im Schatzkästchen - auch gleich ihn schweren Herzchens aus der Firma vertrieben.  „Geh mit, du, wollen nicht hinfort in München wir eine Computerreinigung betreiben?“, schlug der Altreiniger vor. Die abgefahrene Idee ließ die beiden abfahren und die Hauptstraße berollen. Wo sie noch eines weiteren Mannes (vormals Koch, jetziglich auf kleinster Flamme köchelnd) und einer edlen Dame (einer aus Fahrzeug und Arbeitsvertrag geschubsten Kurierfahrerin) ansichtig wurden. Höchst eilig präzisierten sie ihre gemeinsame Zukunft, die neuerdingslich da hieß: „Gründen wir das Restaurant ‚Zum reiniglichen Computer’ mit Heimlieferservice!“  Weil die vier Heldenhaften aber irgendwann und irgendwo auf der Autobahn (A99 oder A4 oder A1 – wer sagt es mir) nach einem Truthahn oder einem kalten Roten lechzten, zügelten sie ihr Zugpferd und stoppten Kutsch und Reise.  Ein Imbissbüdchen, hell erleuchtet. Und drinnen ein arger Geschäftsführer, ein noch ärgerer zweiter Geschäftsführer und ein ... Viele Leutle also, die allesamt einen herrlich Umsatz nicht den Büchern anvertrauten. Unsere Lieblichen rissen ein Handy aus dem Wams, flüsterten hinein – in das Handphon – und verkündeten: „Das Finanzamt, Brüder, schickt seine lustig Häscher!“  Die Geschäftsführer vielen überholten noch den Wind, als sie nach auswärts flohen und sich hinter die Leitplanken duckten. Freudig nutzten die Reisenden die listig List und labten sich stundenlang an den Wunderlichkeiten aus Küche, Keller und Dusche.  Als die Dunkelheit sich herniederließ, schickten die schlimmen Geschäftigen einen aus, der den Reiseonkelsundtanten das Fürchten lehren sollte. Ein Fehler, wie er an seinem feisten Leib gleich feststellen sollte: Der Reiniger ehemaligerweise übergoss den Spähenden mit Meister Proper, der Computervertreiber brachte ihn mit einem grausigen Systemabsturz zu Fall, der Koch ließ eine heiße Kartoffel über ihn hereinfallen und die Kurierfahrerin beschleunigte ihn mit dem Wagenheber auf einhundertdreißig.  „Die Steuerfahndung ist’s, mein Herr!“, schilderte Geschäftschef Nummer zwei. „Sie gehen schlimm um und wollten mich gleich haften!“  Fortan glitten die Verbrechenden nach München, während es den Vieren im Imbissbüdchen fein so gut gefiel, dass sie es – streng dem Gesetz lauschend – gleich übernahmen!  Und wenn sie nicht gestorben sind, dann scheffeln sie auch heute noch!  Wissen Sie, welches Märchen hier wahr wurde? 
LÖSUNG: Die Bremer Stadtmusikanten


Punkt STEWARDESS STEFFI
RÄTSELROMAN - 2300 ZEICHEN - © BY JENS KLAUSNITZER

„Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüße Sie auch im Namen von Flugkapitän Klaus Köllsch ganz herzlich an Bord unserer ÄrgerAir-Maschine! Wir werden in wenigen Minuten vom Flughafen Köln starten und dann - nach einer Zwischenlandung in Düsseldorf - direkten Kurs auf die brasilianische Hauptstadt Rio de Janeiro nehmen, wo Sie den ersten Tag Ihrer Reise in einem hervorragenden Hotel verbringen.  Den berühmten Straßenkarneval können Sie an diesem Wochenende leider nicht erleben, den nicht weniger berühmten Strand, die Copacabana aber auf jeden Fall. Ich hoffe, Sie haben die entsprechenden Badesachen im Gepäck. An diesem Strand gilt eine etwas andere Regel: Weniger ist hier wesentlich mehr, Sie werden es selbst erleben können, wenn Sie den wunderschönen Brasilianerinnen begegnen.  In diesem Zusammenhang vielleicht eine kleine Anekdote. Auch unser Flugkapitän erlag vor einigen Jahren den Reizen dieses faszinierenden Ortes – er lernte seine Traumfrau an der Copacabana kennen: Eine Physiklehrerin aus Gelsenkirchen!  Fasziniert werden Sie auch vom Pão de Açúcar, dem Zuckerhut sein. Genießen Sie nach einer Fahrt mit der Drahtseilbahn auf den Gipfel die einzigartige Aussicht. Klein Anmerkung: Die Teilnahme an der Seilbahnfahrt ist Ihnen natürlich freigestellt, die Kosten hierfür sind auch nicht im Reisepreis enthalten.  Am zweiten Tag Ihrer Reise werden Sie mit uns nach São Paulo fliegen, in die größte Stadt Brasiliens. Erleben Sie die am schnellsten wachsende Metropole Lateinamerikas mit eigenen Augen. Besuchen Sie den Zoo oder den Botanischen Garten, bewundern Sie Museen oder Universitäten oder sehen Sie sich einfach Film- und Fernsehstudios, die U-Bahn oder die beiden internationalen Flughäfen an. Übrigens – in São Paulo rief Pedro I. im Jahre 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens aus!  Am dritten Tag Ihrer Reise werden Sie – wieder über Düsseldorf – nach Köln zurückfliegen. Ganz bestimmt mit unvergesslichen Eindrücken - und einer Menge Fotos oder Videobändern. Das soll es an ersten Informationen gewesen sein!  Ich möchte Sie nun bitten, das Rauchen einzustellen und Ihre Rückenlehnen in eine aufrechte Position zu bringen! Wir werden in wenigen Minuten starten! Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Flug und wundervolle Tage in Brasilien!“  Wissen Sie, was an der Information der Stewardess falsch ist? 
LÖSUNG: Rio de Janeiro ist nicht die Hauptstadt Brasiliens! (Brasília) 


Punkt DIE MEISTER - SPIELER A
FUSSBALL-RÄTSELROMAN - © BY JENS KLAUSNITZER

Ja, gut, äh, als gelernter Zimmermann treffe ich nicht gern das Holz am Tor, ich treffe lieber ins Tor, und als Vater von zwei zuckersüßen Zwillingen treffe ich als Volltreffer am liebsten doppelt. Und wenn ich dann getroffen habe und mit meinem kühlen Kopf wieder zurück bin aus der herrlichen Höhe, dann überschlage ich mich schon mal vor lauter Freude.  Wie bei der letzten Weltmeisterschaft, als ich den großen Ronaldo ein kleines bisschen geärgert und für meine fünf Tore einen silbernen Schuh bekommen habe. Leider nur einen, aber den zweiten werde ich mir bei diesem Turnier holen, wenn der große Ronaldo, sein kleiner Bruder Ronaldinho, mein alter Trainer und mein neuer Freund Teamgeist nichts dagegen haben.  Vielleicht kann ich das gleich im Eröffnungsspiel erledigen, auch wenn ich da vielleicht gar nichts erledigen kann, weil ich an diesem Tag von den vielen Geburtstagsgrüßen aus meinem Geburtsort Oppeln, den Geburtstagskarten und den Geburtstagsküssen ganz erledigt sein werde.  Mein Vater war Fußballer und meine Mutter Handballerin, eigentlich hätte ich also Eishockeyspieler werden müssen. Wurde ich aber nicht, denn weil der Schläger zu groß, der Puck zu klein, Kaiserslautern so kaiserlich und der Pfälzer Wein so gut war, trat ich zuerst bei Blaubach und dann bei Rotteufel ans lustige Leder, bevor ich zu den Stadtmusikanten in den Norden wechselte, wo ich kräftig Musik mache und im doppelten Sinne gute Noten bekomme.  So gute Noten, wie ich eine im Verein und in der Nationalmannschaft wie ein Musterschüler jeweils gleich doppelt auf meinem Rücken mit mir herumtrage und mit denen ich ein bisschen besser bin als der Kollege Kuranyi mit seinen beiden.  Am besten bin ich aber, wenn ich jemanden mit einem „K“ um mich herum habe. In der einen und in der anderen Mannschaft und mit dem einen und dem anderen Trainer funktioniert das schon, nur meine Frau hat noch Schwierigkeiten, ihr „KSilwya“ oder mein „KMausi“ zu akzeptieren.  Wissen Sie, wer ich bin, wenn Sie wissen, dass ich mein erstes Länderspiel in Leverkusen spielte? 
LÖSUNG: Miroslav Klose 


Punkt DIE WELTMEISTER - SPIELER A
FUSSBALL-RÄTSELROMAN - © BY JENS KLAUSNITZER

Ja, gut, äh, irgendwie sehe ich mit meinen dunklen Haaren schon so schön aus wie ein südamerikanischer Tangotänzer, ein mittelamerikanischer Beachboy oder ein nordamerikanischer Schauspieler. Finden auch meine liebe Lebensgefährtin und meine drei Kinder Louis, Emilio und Jordi, und sie finden es gut so. Obwohl ich etwas über achtzig Kilogramm wiegende Waage in diesem September in den Siebzigern nun wirklich nicht im sonnigen Süden, sondern im schattigen Sachsen geboren wurde.  Mit der Rückennummer auf dem Rücken, die ich im Verein und in der Nationalmannschaft auf dem Hemdchen habe, würden die meisten Menschen nicht nur nicht aufs Spielfeld, sondern freitags auch nicht aus dem Haus gehen. Ich aber gehe schon, als mit fast eins neunzig mächtiger Mittelfeld-Mann habe ich schließlich einen Job zu erledigen. Einen Job wie bei Bayer mit und ohne „n“ und im lauteren Lautern.  Kapitän bin ich in meinem Verein nicht, weil ein anderer das schnelle Schiff steuert, ich sollte es aber wenigstens werden, aber wahrscheinlich werde ich es wohl nie, weil mein jetziger Kapitän wohl erst im Rentenalter die Brücke verlassen wird.  Vor einigen Jahren hatte ich das Vize-Gen, ich wurde Vize-Meister, Vize-Pokalsieger, Vize-Champions-League-Sieger und Vize-Weltmeister, deshalb wechselte ich neben meiner Wäsche auch den Verein und wurde mit meinen neuen Freunden Meister und Pokalsieger und Fußballer des Jahres und bekam sogar ein Reh geschenkt, das zwar nicht richtig rennen, dafür aber im Schrank stehen kann.  Die Sache mit dem Weltmeistertitel will ich in diesem Jahr regeln, deshalb werde ich mir diesmal die böse bunten Karten in der Vorrunde und nicht erst kurz vor dem feinen Finale abholen. Damit ich zum nächsten Endspiel nicht wieder mit Chips und Cola auf der Couch, sondern mit dem Torschrei auf den leichten Lippen neben dem Ball im gegnerischen Tor liege …  Wissen Sie, wer ich bin, wenn Sie wissen, dass ich nicht Ronaldodinho heiße, aber mein erstes Länderspieltor trotzdem gegen Griechenland geschafft habe? 
LÖSUNG: Michael Ballack 


Punkt DIE ALTMEISTER - SPIELER A
RÄTSELROMAN - © BY JENS KLAUSNITZER

Ja, richtig, ich bin einer aus dem letzten Jahrhundert, denn geboren wurde ich am dreißigsten Oktober neunzehnhundertsechzig. Gespielt habe ich - als ich noch gespielt habe – in Sevilla, Barcelona, Neapel und bei den Boca Juniors. Ich wurde Meister meines Landes und ich wurde Meister eines anderen Landes. Und ich wurde neunzehnhundertachtundachtzig mit der Mannschaft aus diesem anderen Land Pokalsieger in einem europäischen Pokal.  In einundneunzig Länderspielen habe ich vierunddreißig Länderspieltore geschossen, wahrscheinlich wurde ich auch deshalb Weltmeister und Vizeweltmeister. Obwohl ich bei meiner ersten Endrunde viel lief, lief es nicht besonders, genau so nicht wie bei meiner dritten, auch wenn wir da ins Finale kamen, aber leider nicht gewinnen konnten. Das zweite Turnier dagegen war super, ich traf fünf Treffer und zog als zorniger Zehner meine Mannschaft zum Zipfel, äh, zum Gipfel und damit zum Titel. Auch wenn bei einem meiner Tore noch ein anderer die Hand mit im Spiel hatte, aber der Schiedsrichter hat diese Hand nicht sehen können und deshalb auch nicht gepfiffen. Mein zweites Tor in diesem Spiel wurde von der FIFA zum Tor des Jahrhunderts gewählt.  Meine vierte Weltmeisterschaft sollte für mich und alle meine Landsleute zur schlimmsten werden, weil etwas Schlimmes an oder besser in mir gefunden wurde, was nicht hätte gefunden werden dürfen. Ich flog zuerst aus der Mannschaft und dann nach Hause und schließlich zu einer Kur nach Kuba.  Später nahm ich ab und zu mal zu, dann wieder ab und irgendwann wieder zu, bis ich schon immer Kleiner und Runder zum Kugelrunden wurde und immer mehr auftrat wie der früher von mir getretene Ball.  Als Trainer und Fernsehmoderator habe ich mich auch schon versucht, als Trainer blieb es bei dem Versuch, und im Fernsehen meines Landes wurde aus dem Versuch die Show „Die Nacht der Nummer 10“.  Heute bin ich als Legende tätig - und irgendwann will ich auch mal eine so leuchtende Lichtgestalt werden und die Weltmeisterschaft zu mir nach Hause holen … Wissen Sie, wer ich bin? 
LÖSUNG: Diego Armando Maradona



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